Neujahrsempfang des Bürgervereins

Pressemitteilungen

Start ins Jubiläumsjahr im Gemeindesaal St. Elisabeth

Gartenstadt Journal
27. Januar 2010

Anders als gewöhnlich, etwas Besonderes sollte er sein. Und war es. Der Neujahrsempfang des Bürgervereins stand dieses Jahr ganz im Zeichen des großen Jubiläums „100 Jahre Gartenstadt“. Überrascht wurden die vielen Gäste schon beim Betreten des Gemeindesaals von St. Elisabeth: mit Sekt zur Begrüßung. Sie nahmen Platz an Tischen, die mit Blumenschmuck und Tischdeckchen dekoriert waren und auf denen Brezeln und Wasser bereit standen.

Los ging es mit dem Badnerlied der Kapelle Egerland. Zwei Premieren präsentierten der Siedlergesangverein Freundschaft und die Chorgemeinschaft Gesangverein Gartenstadt/Arbeitersängerbund: Die Chöre traten erstmals gemeinsam auf, dirigiert von Kurt Heck. Und sie sangen „Das Gartenstädter Badnerlied“, sechs von Heinz Egermann zur Melodie gedichtete Strophen. Dass die Laienschauspieler der Freilichtbühne sich nicht hinter ihren Profi-Kollegen verstecken müssen, bewiesen sie in einer Spielszene über die Gründung der Gartenstadt-Genossenschaft, die sich so ähnlich abgespielt haben könnte. Exemplarisch für die vielen Gründungspersönlichkeiten der damaligen Gartenvorstadt-Genossenschaft stehen: Richard Böttger, Arbeitersekretär und später Bürgermeister (Bernhard Schönfelder), Elisabeth Altmann- Gottheiner, erste Dozentin an der Handelshochschule (Angelika Heuer), Carl Reuther (Matthias Heckmann), Dr. Lud- wig Frank, Reichtagsabgeordneter der SPD (Dieter Augstein) und Dr. Hans Kampffmeyer, Generalsekretär der Deutschen Gartenstadt-Gesellschaft. (Harald Kremsreuter, der auch Regie führte).

Neujahrsgruß des Bürgervereinsvorsitzenden
Gemeinsam mit den Vorstandsmitgliedern des Bürgervereins begrüßte Heinz Egermann den Vertreter des Oberbürgermeisters, Bürgermeister Christian Specht, Prominente und die Gartenstädter. Im August 1910 wurde mit der Gründung der Gartenstadt-Genossenschaft der Grundstein für unseren Stadtteil gelegt. Dafür dürfen wir dankbar sein: der Stadt für das Gelände, der Genossenschaft und der GBG, die auch für die Reichsheimstätten der Siedler Pate stand. Wie der Bürgervereinsvorsitzende weiter sagte, sind bisher als Jubiläumspaten zu Fürsprechern für die Gartenstadt geworden: Oberbürgermeister Dr Peter Kurz, Lothar Mark, Dr. Frank Mentrup, Konrad Schlichter und Claus Eisenmann. Als „Aufreger des Jahres 2009“ bezeichnete Egermann den Bebauungsplan 58c: „Wie es mit dem Bürgerhaus weitergeht, hat jetzt die Mannheimer Kommunalpolitik zu entscheiden.“

„Stadtbahn kommt 90 Jahre zu spät“
Der Aufreger des Jahres 2010: die Stadtbahn. Da solle man kühlen Kopf bewahren. Da das Vorhaben einem Genehmigungsverfahren unterliegt, müssen die Pläne einen Monat lang öffentlich ausgelegt werden, kann jeder Betroffene Einwendungen erheben. Der Bürgerverein ist bereit, an einer vernünftigen Lösung mitzuwirken und die Meinung der Mehrheit der Bevölkerung einzubringen: Bedingt sei die Stadtbahn in Mittellage der Waldstraße vorstellbar, der Stille Weg als Endpunkt sei falsch und in der Waldpforte und Kirchwaldstraße sei die Linie nicht erwünscht. Auf die Buslinie 53 wolle niemand verzichten. So könne es gut sein, dass gar nichts passiert. „Wir werden mit allen reden: der Genossenschaft, den Anwohnern, Vereinen, Parteien und der Stadt. Aber darüber werden wir uns nicht das 100- Jährige vergällen lassen.“ Ein Festjahr für alle Gartenstädter soll es werden. Der Slogan „Mitmachen bewegt“, soll deutlich machen, dass „wir etwas bewegen können, wenn wir uns zusammentun. Machen Sie mit beim 100-Jährigen“, forderte Heinz Egermann auf.

Neujahrsansprache des Ersten Bürgermeisters Christian Specht
„Vielleicht wurde der besondere Neujahrsempfang auch mit einer neuen Tradition begonnen: dem ökumenischen Gottesdienst“, sagte Erster Bürger meister Christian Specht. Er kam nicht mit leeren Händen: Der Film vom 1. Blumenkorso in der Gartenstadt im Jahre 1924 ist ein einzigartiges Filmdokument – seine Vorführung war eine weitere Überraschung beim Neujahrsempfang. Fasziniert blickten die Zuschauer im übervollen Gemeindesaal auf die bewegten Bilder einer entrückten Welt – nur die Häuser sind die Brücke zur Gegenwart. Specht zitierte dazu Michael Braun, Gründer des Männerchors 1922 und der Blumenkorsos: Er wollte sämtliche Bewohner der Gartenstadt zusammenführen und zeigen, dass sie stolz auf das Geleistete nach den Anfangsjahren waren. „Wir sind stolz auf das, was der Bürgerverein leistet“, sagte Specht bei der Übergabe des Films an Heinz Egermann. Der Bürgermeister dankte im Namen der Stadt dem Vorstand des Bürgervereins und allen, die den Bürgerverein unterstützen. „Fast ein Viertel unserer Einnahmen brechen ein – ohne große Vorwarnung nach guten Jahren“, ging Specht auf die finanziellen Probleme der Stadt ein. Die Neuverschuldung versuche er gering zu halten, trotzdem sollen wichtige Investitionen erfolgen. Für die Gartenstadt bedeutet dies: keine Streichung für Maßnahmen im Käfertaler Wald, keine Kürzung des Budgets für Bezirksbeiräte. Der Gemeinderat wird entscheiden, ob die Dachsanierung des Bürgerhauses bezuschusst wird. Außerdem gibt es Geld für das Dach der Lucy- Halle, eine zweite Krippegruppe im Hebel-Heim und den Mittagstisch im Jugendhaus

Info über Stadtbahn im Februar
Bereitwillig ging der Erste Bürgermeister auf den „Aufreger des Jahres“ ein: Zweckgebunden für den öffentlichen Nahverkehr liegt Geld in einem Fördertopf des Bundes. „Geben wir einen Antrag ab und lassen die Chance nicht verstreichen, auch wenn noch nicht alles klar ist?“ Kein Euro aus dem Haushalt der Stadt würde für die Bahn verwendet. Darüber nachzudenken lohnt sich, denn die Entwicklung von Stadtteilen ohne Schiene ist schlechter, insbesondere bei einer älter werdenden Bevölkerung und steigenden Benzinpreisen, wie Specht fort fuhr. Er wolle im Februar einladen, um Anregungen der Bürger aufzunehmen, bevor die Planung losgeht. Das zweite große Projekt ist die Brücke über die Riedbahn. Im März werde damit begonnen.

Wolfgang Pahl grüßt namens der Gartenstadt- Genossenschaft
„Das Wohl der Gartenstadt liegt ihm am Herzen“, überbrachte Wolfgang Pahl die Grüße seines Vaters Walter. Der Direktor der Gartenstadt-Genossenschaft meinte, das 100-jährige Jubiläum der Genossenschaft werde zurecht gefeiert: Etwas Unerhörtes, Utopisches hätten sich die Gründer 1910 vorgenommen. Die Wohnverhältnisse von Minderbemittelten zu verbessern war unvorstellbar, ja revolutionär. In Einfamilienhäusern mit Garten wohnten nur Reiche. Es herrschte unvorstellbare Wohnungsnot. Oberbürgermeister Otto Beck stand der Gartenstadtidee positiv gegenüber. Nach der Gründung der Deutschen Gartenstadt-Gesellschaft entstanden Gartenvorstädte in ganz Deutschland, so in Ludwigshafen, Karlsruhe und Nürnberg. Der Generalsekretär dieser Gesellschaft Dr. Hans Kampffmeyer war auch in Mannheim tätig. Zusammen mit vielen Persönlichkeiten gründete er die Gartenvorstadt-Genossenschaft. Die Stadt stellte ein Gelände von 20,7 ha im Käfertaler Wald zur Verfügung und ab 1912 begann man den preisgekrönten Entwurf der Architekten Esch und Anke in die Tat umzusetzen – vollendet wurde er allerdings nicht. Ab 1926 wurde die GBG aktiv, die Reichsheimstätten und die Siedlerstellen folgten. Auch nach dem Krieg kam es zu beachtlicher Bautätigkeit, beispielsweise am Kuhbuckel und in der Kirchwaldsiedlung.

Urkunden für junge Sportler – die Brezel für den Bürgermeister
Gezielt lud der Bürgerverein erstmals junge Menschen ein. Dieses Jahr wurden erfolgreiche junge Sportlerinnen und Sportler geehrt. Keine Überraschung mehr, aber immer wieder schön anzusehen ist die Neujahrsbrezel, die Helmut Döringer vom Backhaus Döringer dem Bürgermeister schenkte. Specht hat sie nicht selbst gegessen, sondern dem Mittagstisch im Jugendhaus gespendet. „100 Jahre Gartenstadt“ sang Claus Eisenmann, Mitbegründer der Söhne Mannheims, mitten im Vortrag einer Arie in italienischer Sprache. Dies und sein stimmgewaltiger Ausklang begeisterten das Publikum. Der „Elvis von der Gartenstadt“ zeigte, dass er nicht nur Rock and Roll drauf hat, sondern ausgebildeter Sänger ist. Zwischendurch holte er die Fasnachtsprinzessin des Carneval Clubs Waldhof Sabrina II. auf die Bühne. Der Einzug der Karlsterner Hexenzunft kündete vom nahen Ende des Jubiläums-Neujahrsempfangs 2010. Dieses Jahr musste der Vorsitzende des CCW und Vorsitzende der Arbeiterwohlfahrt Stefan Höß die Aufnahmeprozedur in die Hexenzunft über sich ergehen lassen: an Händen und Füßen im Pranger, mit Perücke verunstaltet und mit Stempeln gezeichnet. Prominenz beim Neujahrsempfang Egermann konnte namens des Bürgervereins u.a. begrüßen: Walter Spagerer, Max Jaeger, Ersten Bürgermeister Christian Specht, Wolfgang Pahl, Harald Klatschinsky, MdL Dr. Frank Mentrup, Konrad Schlichter, MdB Prof. Dr. Egon Jüttner, Andrea Safferling, Roland Weiß, Rolf Dieter, Rainer Spagerer, Ralf Eisenhauer. Vielen Dank für Unterstützung Heinz Egermann dankte beim Neujahrsempfang: den Bezirksbeiräten und Bürgerdienstleiterin Michaela Diehl, der VR Bank Rhein-Neckar, der Volksbank Sandhofen, der GBG, Bernd Meier von der Wotan- Apotheke, dem Backhaus Döringer, Metzger Peter Burckhardt und Weinhändler Gerhard Ledergerber. Herzlichen Dank auch Pfarrer Frieder Bellm und Pfarrvikar Hans-Peter Günther für den ökumenischen Gottesdienst. Grüße gingen an die Vertreter der Vereine, Schulen, öffentlichen Einrichtungen, der Kirchen, der Polizei, verbunden mit dem Dank für gute Zusammenarbeit. Grüße auch an Klaus Schillinger vom Kulturverein Waldhof. Beste Wünsche an die JobBörse und den Vorsitzenden des VfB Gartenstadt Joachim Ningel, der für einen Kunstrasenplatz kämpft. Ehrung erfolgreicher Jugendsportler

Folgende jungen Sportler wurden von Erstem Bürgermeister Specht, Dr. Frank Mentrup, Konrad Schlichter, Roland Weiß und Claus Eisenmann geehrt:
Pascal Keller, Deutscher Meister Boule Triplette Madeleine Markus, MTG: Bronze Leichtathletik-Mehrkampf bei den deutschen Meisterschaften Marcus Halder, Kanu WSV Sandhofen, u.a. 3. der deutschen Meisterschaften, Stephan Halder, Kanu WSV Sandhofen, 2. der badenwürttembergischen Meisterschaften VfB Gartenstadt: C-Jugend, stellvertretend für die Jugendarbeit des VfB, Vorsitzender: Joachim Ningel, Trainer C-Jugend: Norbert Erhard Mona Hörner, Tornados, Softball- Nationalspielerin Miriam Kemmer, Tornados, Softball-Nationalspielerin, Daniel Falkner, TSV Mannheim BSC Condor Mannheim, Deutscher Meister A-Jugend Bowling SV Waldhof: D-Jugend, spielt schon in der C-Jugend-Liga. In diesem Jahr ungeschlagen. Jugendleiter: Horst Kilian, Co- Trainer: Benjamin Seeber Sina Haas, Dreifache Deutsche Meisterin Tennis, Jugendweltranglistenturnier- und Damenweltranglistenturnierspielerin, Profiteam Baden, Mitglied MTG Alisha Haas, Bezirksmeisterin U 14 im Tennis, Dritte bei den Süddeutschen Meisterschaften Carolyn Damm, Nadine Nickstadt, Kristina Wolf, Laura Beck vom TV Käfertal, Faustball, Bronzemedaille bei der Deutschen Meisterschaft, Badische Meister. Carolyn Damm gehört dem Nationalkader B-Jugend an.